Ursula von der Leyen
Ursula twittert jetzt oder doch nicht?
Posted 03.09.2009 - 16:59 by magenbrot
grade über die Aktiven-Mailingliste der Piraten gekommen, sehr lustig :)
Für die, die es noch nicht mitbekommen haben:
Ursula von der Leyen aka Zensursula twittert jetzt unter:
http://twitter.com/uleyen
Rückruf kam eben. Ist ein Fake. Das Problem sei bekannt, das wären irgendwelche Leute aus den USA (bruahaha), und man würde dran arbeiten. Was auch immer das heißt.
Vermutlich, dass einer einen whois-Lookup auf twitter.com gemacht hat und sich jetzt in gebrochenem Englisch mit der Abuse-Abteilung bei Twitter streitet ;-)
hehe *g*
von der Leyen setzt sich vehement für den Datenschutz ein
Posted 30.07.2009 - 11:28 by magenbrot
... und zwar für ihren eigenen.
Frau von der Leyen wird derzeit von Mitarbeitern des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit kritisiert, da sie die Fahrtenbücher ihrer Dienstfahrzeuge aufgrund der "Vielzahl von personenbezogenen Daten" nicht offenlegen will.
Interessant ist auch, dass sie auf ihren persönlichen Fahrer besteht, der deswegen mindestens einmal pro Woche zwischen Bonn und Berlin hin- und herfahren muss.
(via stern.de)
Gesetz zu Web-Sperren passiert den Bundesrat
Posted 10.07.2009 - 17:33 by magenbrot
(via heise.de)
Der Bundesrat hat in seiner Plenarsitzung am heutigen Freitag den heftig umkämpften Gesetzesentwurf (PDF-Datei) zu Web-Sperren im Kampf gegen die Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet nach einer kurzen Aussprache abgenickt.
Traurig, war aber zu erwarten. Bin gespannt wie es hier weitergeht, es werden ja schon Verfassungsklagen angestrengt.
Am Sonntag gehts jedenfalls in Mittelfranken weiter! Wir Piraten gründen unseren Bezirksverein. 13:30 Uhr gehts los.
Einer vom Volk!
Posted 19.06.2009 - 19:49 by magenbrot
Der 42. Familienvater Christoph Thurner bedankt sich in seinem Blogartikel bei Fr. von der Leyen für die Aufklärung und den Unterricht der letzten paar Wochen. Sehr lesenswert.
Enttäuscht von der SPD
Posted 18.06.2009 - 13:00 by magenbrot
Der 22 jährige Torben Friedrich, seit 4 Jahren aktives Mitglied der SPD, macht seinem Ärger über die aktuelle Entwicklung seiner Partei in einem offenen Brief Luft. Hier der Brief in voller Länge:
Liebe Genossinnen und Genossen,mein Name ist Torben Friedrich, ich bin 22 Jahre alt und seit fast vier Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Vier Jahre, die für einen 22-jährigen bedeuten, daß er bereits als Jugendlicher politisch aktiv war und mit 18 auch politische Verantwortung übernehmen wollte.
Ich war seit jeher der festen Überzeugung, daß in einer gerechten und demokratischen Gesellschaft die Werte Solidarität, Gleichheit und Freiheit unerläßliche Bestandteile sind, die nie ihre Gültigkeit in einer Gemeinschaft verlieren können, die auf Vernunft und Gemeinwohl aufgebaut ist.
Mir war auch stets bewußt, daß diese Werte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern daß in einer sich stetig weiterentwickelnden Gesellschaft um sie ständig gekämpft werden muß.
Meine Überzeugung war es, daß die SPD diesen Kampf am energischsten führt und ich wollte sie in ihrem Bestreben tatkräftig unterstützen.
Heute, am 17.06.2009, wird mir bewußt, daß ich mich möglicherweise getäuscht habe.
Ich vertrete eine Generation, die vollständig mit digitalen Medien aufgewachsen ist, mehr noch, eine Generation, die den Wechsel von analogen zu digitalen Medien nicht bewußt erlebt hat.
Das bedeutet, daß ich bereits seit der Grundschulzeit mit Eltern, Lehrern und Freunden auf digitalem Wege kommuniziert habe, entsprechende Lehrpläne waren bereits um Jahre veraltet.Mit meinem Eintritt in der SPD war mir bewußt, daß bereits unter rot-grüner Regierung eine Politik betrieben wurde, die nicht den Ansprüchen einer digitalen Gesellschaft genügte. Dies wollte ich ändern.
In den vergangenen vier Jahren der großen Koalition konnte ich jedoch noch weniger Hinwendung zu unserer Generation und ihrer speziellen Belange feststellen, weder in der SPD, noch in anderen etablierten Parteien.
Dennoch habe ich mich seit Beginn des Jahres in besonderem Maße politisch engagiert und stellte mich sogar für die Bundestagswahl auf der Landesliste Niedersachsen als Kandidat zur Verfügung.
Ich sah seit Jahresbeginn, wie die große Koalition die gesamte Lebensweise meiner Generation in Frage stellte und massiv bekämpfte. Für meine Generation völlig selbstverständliche Freizeitaktivitäten, von einzelnen Computerspielgenres bis hin zu sportlicher Betätigung wie Paintball sollten verboten werden. Mitglieder von Schützenvereinen hingegen, die zu Hause mit Kriegswaffen hantieren, blieben unbehelligt und durch die große Koalition protegiert.
Dies sind jedoch geradezu vernachlässigbare Auswirkungen eines seit langem bestehenden Generationenkonfliktes, der seit jeher die Probleme gesellschaftlichen Wandels widerspiegelt.
Was am morgigen Donnerstag von der großen Koalition und somit auch von meiner Partei beschlossen werden soll, hat nichts mehr mit einem erklärbaren Unverständnis zwischen zwei unter verschiedenen Verhältnissen aufgewachsenen Generationen zu tun, sondern verletzt das Rechtsempfinden von vielen Bürgern jeglichen Alters.
Morgen wird der Bundestag einen Gesetzesentwurf zur Abstimmung bringen, der zwar zur Bekämpfung eines brisanten Problems - Kinderpornographie im Internet - dienen soll, dabei jedoch jegliche Grundsätze der rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeit verletzt.
Das Gesetz sieht vor, Kinderpornographie im Internet nicht zu entfernen, sondern nur zu verdecken, um es Konsumenten dieses menschenverachtenden Materials zu erschweren, dieses zu betrachten. Dieses Gesetz verlangt perfiderweise, das zu tun, was den Mißbrauch der Kinder zum zweiten Male noch schrecklicher macht: Wegzusehen.
Wegsehen bedeutet in unserer Gesellschaft nichts anderes, als das Geschehene zu tolerieren. Ich jedoch als 22jähriger Bundesbürger sehe bei jeder gesperrten Seite, die mit einem Stoppschild verdeckt wird, das Versagen unseres Rechtsstaates, da er nicht in der Lage war, dieses Verbrechen effektiv zu bekämpfen, sondern auf ein Mittel zur Zensur zurückgreifen mußte.
Dies birgt die größte Gefahr im morgen zu verabschiedenden Gesetz: Die Erklärung unseres Staates, gegen Rechtsverletzungen machtlos zu sein.
Wo wird die Grenze gezogen?
Noch endet die Sperre bei Kinderpornographie. Ein abscheuliches Verbrechen. Doch wann wird der Staat auch vor weniger schweren Rechtsverletzungen kapitulieren und keinen anderen Weg sehen, als lediglich die Darstellung wenig wirksam zu erschweren?
Hier wird eine Infrastruktur geschaffen, die zukünftigen Regierungen ermöglicht, Zensur zu betreiben.
Welche Inhalte werden dann möglicherweise als unerwünscht betrachtet werden? Tierquälerei? Gewalt? Volksverhetzung? Extremismus? Politische Opposition? Kritik?
Wo wird die Grenze gezogen?
Die Grenze muß meines Erachtens hier und heute gezogen werden, ohne ein solches Gesetz.
Wir dürfen den Kampf gegen solch schwerwiegende Verbrechen wie den Mißbrauch von Kindern nicht aufgeben. Wir müssen effektiv gegen Hersteller solchen Materials vorgehen, nicht gegen das Medium, auf dem es verbreitet wird. Mißbrauch geschieht in der Nachbarschaft, nicht im Internet.
Wenn die SPD als Teil der großen Koalition sich durch Zustimmung zu diesem Gesetzesentwurf eingesteht, daß eine effektive Bekämpfung durch unsere gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten nicht erreicht werden kann, sehe ich keine andere Möglichkeit, als meine politische Aktivität anderweitig zu konzentrieren.
Wenn Zensur auf dem Rücken mißbrauchter Kinder durchgesetzt werden soll, wenn das Medium, das meinen Lebensalltag bestimmt und mitbestimmen wird, staatlicher Willkür ausgesetzt wird, wenn die SPD sich von meiner und von zukünftigen Generationen vollständig verabschiedet, bin ich nicht länger bereit, in dieser Partei mitzuwirken.
Die Werte der Sozialdemokratie trage ich weiterhin mit mir und werde diese auch zukünftig vertreten.
Wenn jedoch am morgigen Tage die SPD dieses Gesetz ermöglicht, werde ich der SPD den Rücken kehren.
Tritt das Gesetz in Kraft, trete ich aus der SPD aus und verabschiede mich von einer meiner Generation fremden Partei.
Hochachtungsvoll
Torben FriedrichWeiterführende Informationen:
Community sagt alle weiteren Gespräche mit SPD-Verhandlungsführer ab
Posted 17.06.2009 - 15:49 by magenbrot
Nach dem Beschluss der großartigen großen Koalition die Internetsperren endgültig einzuführen und um sich nicht weiter instrumentalisieren zu lassen, hat der AK Zensur den folgenden offenen Brief an den Verhandlungsführer der SPD (Martin Dörmann) und an die SPD-Bundestagsfraktion verschickt:
Sehr geehrter Herr Dörmann,
liebe SPD-Bundestagsfraktion,die Union hat sie Ihnen zugeworfen, Sie haben sie in der Hand - die Büchse der Pandora. Leider haben Sie nun doch beschlossen, sie allen Warnungen und Hinweisen zum Trotz zu öffnen. Aber: ist sie erst einmal geöffnet, ist es zu spät. Sie bauen zusammen mit Ihrem Koalitionspartner eine Internet-Zensur-Infrastruktur auf, die für beliebige Inhalte genutzt werden kann.
Wir erinnern Sie daran, dass die CDU/CSU sich viel weitergehende Internet-Sperren wünscht. Erst gestern wurden in deren Pressemeldung Urheberrechtsverletzungen angesprochen, zuvor schon "Killerspiele" und Glücksspiele - aber auch viele weitere unerwünschte Inhalte stehen auf der Agenda.
Sie haben sich von der CDU/CSU an der Nase herumführen lassen. So wie es Wolfgang Bosbach gesagt hat: Erst einmal nur über Kinderpornografie reden, damit in der öffentlichen Diskussion nicht deutlich wird worauf es letztendlich hinaus läuft. Die Union missbraucht die Opfer ein zweites Mal um eine allgemeine Internet-Zensur-Infrastruktur einzurichten.
Frau von der Leyen will es weiter dulden, dass sexuell missbrauchte Kinder im Internet zur Schau gestellt werden, sie hält nur einen Vorhang davor. Dabei ist längst klar und belegt, dass sich diese ekelhaften Bilder leichter löschen als verstecken lassen. Aber um Kinderpornografie geht es ja schon lange nicht mehr.
Selbst wenn die aktuelle Regierung sich formal auf das Sperren von Kinderpornografie beschränkt - ist die Infrastruktur erst einmal eingerichtet, kann und wird sie für beliebige Inhalte genutzt werden.
Sie planen, am Donnerstag die Büchse der Pandora zu öffnen. Daher sehen wir, die Internet-Community, keinen Grund mehr um weiter mit Ihnen zu reden. Alle weiteren Gespräche zu diesem Thema sagen wir hiermit ab. Dies gilt auch für Ihre Einladung für Mittwoch Nachmittag ins Paul-Löbe-Haus.
Hochachtungsvoll
Ihre im Arbeitskreis gegen Internet-Sperren zusammengeschlossene Internet-Community
trauriger Rekord geknackt: Petition gg. Internetsperren erreicht 128200 Zeichner
Posted 16.06.2009 - 10:07 by magenbrot
Heute nacht gegen 2:30 Uhr wurde der bisherige Rekord von 128200 Mitzeichnern seit dem Start des Onlinepetitionsprogramms geknackt. Leider wird die Freude etwas getrübt, da im Bundestag jetzt wohl wieder Einigkeit bzgl. des Gesetzes herrscht.
Aktuelles Beispiel für die Sinnlosigkeit von Zensurmaßnahmen im Internet ist die Entwicklung im Iran. Dort verbreiten viele Menschen ihre unzensierten und nicht durch das Staatsfernsehen veränderten Meldungen und Videos. Über Twitter und co. werden z.B. Adressen von Proxies verbreitet. Dann gibts da ja noch Anonymisierungsnetzwerke wie TOR, etc.
- Der Entwurf des Zensursula-Spezialgesetzes (netzpolitik.org)
- Petitions-Rekord! 128.200 Unterschreiften gegen “Zensursula” (netzpolitik.org)
- Gesetz zu Web-Sperren in trockenen Tüchern (heise.de)
- Bundesdatenschützer lehnt Aufsicht einer Webseiten-Sperrliste ab (heise.de)
- Große Koalition einigt sich bei Zensursula (netzpolitik.org)
- Michaela Noll und das Zahlen-Problem (netzpolitik.org)
- Arme Kinder, arme Künstler (lawblog.de)
- Per Mausklick die Zensur durchbrechen (tagesschau.de)
- Proteste im Iran (netzpolitik.org)
Endspurt für Petition gegen Internetsperren
Posted 15.06.2009 - 16:33 by magenbrot
(via Stigma Videospiele) Heute und morgen (genaue Uhrzeit ist nicht bekannt) kann die Petition gegen Internetsperren noch gezeichnet werden. Dann wandert sie rüber in die parlamentarische Entscheidung.
Momentan ist der Petitionsserver wieder sehr überlastet, die Seite läßt sich nicht aufrufen. Sehr sehr ärgerlich sowas, aber einfach später am Abend nochmal probieren!
SPD-Basis rebelliert gegen Anti-Kinderporno-Gesetz
Posted 13.06.2009 - 12:14 by magenbrot
(via Spiegel Online) laut dem Spiegel-Artikel will die SPD-Basis am morgigen Parteitag die Bundestagsfraktion auffordern, Zensursulas Internetsperren abzulehnen. Sollte die SPD-Fraktion dann das Gesetz ablehnen, fehlt Uschi sicherlich die Mehrheit dafür. Das könnte dann durchaus auch das Ende der Koalition bedeuten.
hehe, die netzaffine Generation:
Der Antrag dürfte auch wahltaktische Gründe haben. Der Widerstand gegen von der Leyens Gesetzentwurf ist insbesondere in der jüngeren, netzaffinen Generation massiv - einer zahlenmäßig inzwischen beachtlichen Wählergruppe. Wie viele junge Netz- und Bürgerrechtsaktivisten derzeit schon mobilisiert sind, zeigt die Online-Petition gegen Internet-Sperren "Stoppt Zensursula", die inzwischen mehr als 100.000 Kritiker unterschrieben haben. Auch bei der Europawahl wurde das Potential deutlich: Die "Piraten-Partei" brachte es auf stattliche 230.000 Stimmen. In Schweden erreichte die "Piraten-Partei" gar gut sieben Prozent der Stimmen und ist künftig mit mindestens einem Abgeordneten im Europaparlament vertreten.






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