September 2009
oberster KiPo-Ermittler Sachsen-Anhalts schmeißt hin, keine sinnvolle Arbeit möglich
Posted 03.09.2009 - 16:56 by magenbrot
Der Nachrichtenagentur AP sagte der in Halle ansässige Ermittler, Grund für den Rücktritt seien unhaltbare Zustände in den Polizeidirektionen, die zu langen Ermittlungsstaus führten. MDR INFO hatte am Dienstag berichtet, dass wegen Personalmangels bereits Strafverfahren platzen könnten, weil die Auswertung der Beweismittel nicht fristgerecht geleistet wird.
weiterlesen:
Kinderpornografie-Ermittler gibt auf (MDR)
Ursula twittert jetzt oder doch nicht?
Posted 03.09.2009 - 16:59 by magenbrot
grade über die Aktiven-Mailingliste der Piraten gekommen, sehr lustig :)
Für die, die es noch nicht mitbekommen haben:
Ursula von der Leyen aka Zensursula twittert jetzt unter:
http://twitter.com/uleyen
Rückruf kam eben. Ist ein Fake. Das Problem sei bekannt, das wären irgendwelche Leute aus den USA (bruahaha), und man würde dran arbeiten. Was auch immer das heißt.
Vermutlich, dass einer einen whois-Lookup auf twitter.com gemacht hat und sich jetzt in gebrochenem Englisch mit der Abuse-Abteilung bei Twitter streitet ;-)
hehe *g*
Hefeextrakt = Geschmacksverstärker
Posted 07.09.2009 - 12:03 by magenbrot
Ich koche ja auch ganz gerne und manchmal muss es auch mal schnell gehn. Da hab ich früher auch immer mal auf diese Fertigsuppen/-soßen zurückgegriffen (inzwischen aber auch nicht mehr, da dauerts dann halt mal länger, oder es gibt was anderes).
Sogar die Köttbullar habe ich schonmal gemacht, die auf der Rückseite wie folgt angepriesen werden:
INITIATIVE für vollen Geschmack ohne Geschmacksverstärker: ... hat begonnen seine Produkte in Deutschland zu überarbeiten und verzichtet zukünftig auf geschmacksverstärkende Zusatzstoffe. Dieses Produkt entspricht diesen Vorgaben bereits. Für die bewährte ... Qualität legen wir noch mehr Augenmerk auf die sorgfältige Auswahl und schonende Verarbeitung bester Zutaten.
Wichtig zu wissen ist, dass Hefeextrakt ebenso aus den geschmacksverstärkenden Substanzen Glutamat, Inosinat und Guanylat besteht. Aber da es sich hier um einen Stoffmischung handelt, gilt das wieder als Zutat und nicht als Zusatzstoff.
Hier von der Initiative für vollen Geschmack ohne Geschmacksverstärker zu sprechen ist schon nicht mehr frech, das ist dreist.
Gefunden habe ich dies in einem Artikel im "Küchenlatein", dem Blog von Ostwestwind.
Internet-Manifest: Wie Journalismus heute funktioniert
Posted 07.09.2009 - 12:30 by magenbrot
Der folgende Text stammt von einer Gruppe um Mario Sixtus. Es geht um die Debatte über den "Untergang des sogenannten Qualitätsjournalismus” und der latenten Internetfeindlichkeit in vielen Medien. Er wurde heute um 11:55 Uhr an vielen Stellen im Netz unter CC-BY-Lizenz veröffentlicht.
Sehr lesenswert wie ich finde, daher ist er auch hier zu lesen:
Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.
4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.
5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.
6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.
7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.
8. Links lohnen, Zitate zieren.
Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.
9. Das Internet ist der neue Ort für den politschen Diskurs.
Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.
10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.
11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren
13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.
14. Das Internet kennt viele Währungen.
Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.
15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.
16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.
17. Alle für alle.
Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.
Internet, 07.09.2009
Markus Beckedahl http://www.netzpolitik.org
Mercedes Bunz http://www.mercedes-bunz.de
Julius Endert http://www.blinkenlichten.com
Johnny Haeusler http://www.spreeblick.com
Thomas Knüwer http://blog.handelsblatt.com/indiskretion
Sascha Lobo http://www.saschalobo.com
Robin Meyer-Lucht http://www.berlin-institute.de
Wolfgang Michal http://www.autoren-reporter.de
Stefan Niggemeier http://www.stefan-niggemeier.de
Kathrin Passig http://de.wikipedia.org/wiki/Kathrin_Passig
Janko Röttgers http://www.lowpass.cc
Peter Schink http://www.peter-schink.de
Mario Sixtus http://www.elektrischer-reporter.de
Peter Stawowy http://www.xing.com/profile/Peter_Stawowy
Fiete Stegers http://www.netzjournalismus.de
das härteste IT-Quiz aller Zeiten
Posted 07.09.2009 - 13:35 by magenbrot
huiui, das härteste IT-Quiz aller Zeiten aus der Tecchannel-Redaktion. Ich hab schon bei der Anmeldung aufgegeben:
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und willige in die Erhebung, Verarbeitung, Nutzung und Weitergabe meiner im Registrierungsformular angegebenen Daten wie in vorstehender Datenschutzerklärung beschrieben ein. Ihre Einwilligung bezüglich des Herstellers Polycom (Deutschland) GmbH können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft schriftlich per E-Mail ( Betreff: Widerruf Polycom IT-Quiz) über folgende Adresse widerrufen: central-it [at] central-it [dot] de
Datenschutzerklärung: Zur Teilnahme am Gewinnspiel müssen Sie sich unter Angabe Ihres Vor- und Nachnamens, Ihrer E-Mail-Adresse sowie u.U. mit weiteren Daten über Ihre Person oder Firma registrieren. Bitte füllen Sie dazu die im nachstehenden Registrierungsformular angegebenen Felder aus.
Die im Registrierungsformular angegebenen Daten werden an Polycom (Germany) GmbH, dem Sponsoren des Quiz, zum Zwecke des Direktmarketing und der Marktforschung durch den Hersteller weitergegeben. Darüber hinaus werden die im Registrierungsformular angegebenen Daten im IDG-Netzwerk (PC-Welt, CIO, Computerwoche, ChannelPartner, TecChannel, Central-IT, DigitalWorld, Macwelt) gespeichert und sämtlichen verbundenen Unternehmen des IDG Communications Verlag AG zum Zwecke des Direktmarketing und der Marktforschung zur Verfügung gestellt (Widerrufsadresse: central-it [at] central-it [dot] de).
Pflichtfelder sind neben den üblichen Verdächtigen auch die Telefonnummer, Firma, Firmengröße, die Abteilung und die Position, welche man dort bekleidet. Öhm, gehts eigentlich noch?
Neues Video vom "Du bist Terrorist"-Macher
Posted 15.09.2009 - 10:31 by magenbrot
ist schon vor ein paar Tagen rausgekommen, aber vielleicht gibts noch ein paar, die es noch nicht kennen :)
http://www.rettedeinefreiheit.de/
Gespiegelt: Festnahme auf "Freiheit statt Angst"
Posted 15.09.2009 - 16:29 by magenbrot
(via alios.org und gedankenstuecke.de) da der Ursprungsblog und einige der Mirrors momentan Lastprobleme haben gibts den Eintrag jetzt auch bei mir gespiegelt.
Bei der "Freiheit statt Angst" Demo in Berlin hat sich folgender, für einen Rechtsstaat eigentlich unmöglicher, Vorgang abgespielt:
Am Wochenende des 11.-13. September 2009 fand in Berlin die Demonstration „Freiheit statt Angst“ statt. Ich war am Freitag gegen Abend in Berlin angekommen und kam am frühen Samstag Mittag mit der U-Bahn am Potsdamer Platz an, von dem aus die Demonstration starten sollte. Beim Betreten des Platzes zwischen Sony Center und Daimler Chrysler City wurde ich von einem Polizisten der Bereitschaftspolizei freundlich angesprochen, ob er einen Blick in meinen Rucksack werfen dürfe. Ich gestattete ihm dies ebenso freundlich. Während er den Inhalt meines Rucksacks untersuchte (eine Regenjacke, eine Wasserflasche) fragte er, ob ich irgendwelche spitzen Gegenstände mit mir führte. Tatsächlich hatte ich – wie immer – mein Letherman Tool, eine Art Multifunktionswerkzeug, im Rucksack. Dies gab ich an und suchte es auf Nachfrage aus dem Rucksack. Ich erklärte mein Letherman dem Polizisten, der das Werkzeug nicht kannte und zeigte ihm auch, dass sich ein Messer zwischen den Werkzeugen befindet. Der Polizist begutachtete das Tool und erklärte mir dann, dass das Mitführen eines Messers auf Demonstrationen nicht erlaubt sei. Er fragte, ob ich das Messer noch schnell nach Hause bringen könnte. Das konnte ich nicht, denn ich bin ja kein Berliner. Der Polizist bot mir daraufhin an, das Messer bei der Polizei vor Ort abzugeben und es nach der Veranstaltung wieder abzuholen. Ich willigte ein.
Gemeinsam gingen wir um die Ecke in die Potsdamer Straße, wo mehrere Einsatzwagen der Polizei standen. Der mich begleitende Polizist erklärte seinen Kollegen, dass ich das Tool abgeben wolle. Der Ton der dort wartenden Beamten war deutlich unfreundlicher, ich wurde abgetastet und sollte meinen Rucksack in einen der Mannschaftswagen stellen. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass dies aus Sicherheitsgründen geschehe, damit ich keine Waffe aus dem Rucksack ziehen könne. Meinen Personalausweis stellte ich bereitwillig zur Verfügung, um das Ausstellen der Formulare zu erleichtern. Während nun ein weiterer Polizist abseits an einem anderen Wagen die Formulararbeit machte, erklärte der Beamte, der mich ursprünglich angesprochen hatte, seinen Kollegen, dass er das Tool nicht gefunden hätte, sondern dass ich es ihm ausgehändigt hätte, wonach die Behandlung und der Ton mir gegenüber deutlich freundlicher wurde.
Ich erkundigte mich, wo ich das Tool später wieder abholen könne. Ich könne es im “Abschnitt 34″, Alt Moabit 145 wieder abholen, wurde mir mitgeteilt. Dann wurde ich gefragt, ob ich “schon mal Kontakt mit der Polizei” gehabt habe: Nein. Auf Nachfrage, warum mir diese Frage gestellt wurde, sagte mir der Beamte, dass eine routinemäßige Kontrolle über Funk meiner Person erfolgen würde. Kurze Zeit später kam der Polizist mit dem Formular wieder und eröffnete mir, dass über Funk die Order ergangen sei, dass gegen mich eine Anzeige geschrieben werden müsse. Ich war total entsetzt, doch die umstehenden Polizisten versicherten mir, dies sei kein Problem und nur ein formaler Akt; die Staatsanwaltschaft würde das Verfahren voraussichtlich automatisch wieder einstellen.
Meinen Schrecken minderte das wenig, doch als erstes sollte ich das Protokoll über die, wie es mittlerweile hieß, “Beschlagnahme” des Tools unterschreiben, was ich auch tat. Wider Erwarten durfte ich nun nicht zur Demonstration gehen, sondern musste mit aufs Polizeipräsidium kommen, ein Fahrzeug war bereits auf dem Weg, um mich abzuholen. Der Polizist, der mich am Platz angesprochen hatte, registrierte meine aufkeimende Panik und versuchte, mich zu beruhigen. Auch er habe damit nicht gerechnet. Aber er könne nichts tun. Dies sei eine Anweisung “von oben”.
Eine Anweisung von oben war offensichtlich auch der vergitterte Wagen, in dessen Zelle ich eingeschlossen und abtransportiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts mehr bei mir außer den Durchschlag des Formulars über die Beschlagnahme. Mein Rucksack mit komplettem Inhalt (Handy, Fotoapparat, Schlüssel, Geldbörse etc.) hatte der Beamte in der Fahrerkabine. Ich studierte den Durchschlag: Dort war angekreuzt: Festgenommen. Nun brach ich erstmal vollständig zusammen… Auf Nachfrage, was mir vorgeworfen würde und warum ich festgenommen sei und warum ich in einer Gefängniszelle sitze wurde mir gesagt, dies würde ich auf dem Präsidium erfahren, es sei aber alles nicht so schlimm und festgenommen höre sich viel schlimmer an als es sei.
Der Wagen wollte gerade losfahren, hielt dann aber noch mal wieder an – es sei noch zu einer weiteren Festnahme gekommen und wir müssen noch kurz warten um eine weitere Person mitzunehmen. Der Polizist der bis dahin noch mit hinten im Wagen (außerhalb der Zelle) saß und sozusagen meinen einzigen Ansprechpartner dar stellte, verließ daraufhin das Fahrzeug wieder und ließ mich allein. Total aufgelöst versuchte ich den Beamten vorne im Fahrzeug anzusprechen: was los sei und ob ich noch mal an die frische Luft könne, da mir schlecht sei von der stickigen Luft (und der Situation) sei. Erst nach mehrmalige Ansprache sagte er kurz es ginge gleich weiter und schob das Sichtfenster zwischen Fahrer Bereich und dem hinteren Teil des Wagens zu.
Nach geschätzten 10 Minuten stiegen der Beamte von zuvor, eine Kollegin und ein weiterer scheinbar festgenommener Junge ein Wir fuhren darauf hin los. Nach etwa 10min Fahrt kamen wir an einer PolizeiwWache an und wurden hinein geführt. Nach kurzem Warten vor einer Tür wurden wir herein gelassen und ich wurde in eine Zelle geführt,die Tür wurde hinter mir verschlossen. Kurz Zeit später wurde ich wieder aus der Zelle geholt und sollte mich auf dem Flur vor eine Wand stellen, wo ein Beamter mit einer Digitalkamera Fotos von mir machte. Anschließend wurde ich wieder in die Zelle zurück geführt. Nach geschätzten weitern 10 Minuten wurde ich in einen weiteren Raum geführt, wo zwei Beamten auf mich warteten. Mein Rucksack wurde nun noch mal vollständig entleert und der Inhalt protokolliert. Während dessen fragte mich einer der Protokoll führende Beamte ob ich mit einer Blutprobe einverstanden sei; ich fragte, wozu. Mir wurde erklärt, dies sei eine StandardfFrage für ein Standardformular und es würde jeder gefragt. Darauf verweigerte ich die Entnahme eine Blutprobe formell, was in dem Formular vermerkt wurde.
Im Anschluss wurde ich aufgefordert mich bis auf die Unterhose auszuziehen (das Recht diese doch recht unangenehme Situation verweigern zu können kannte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht) und meine Anziehsachen wurden erneut durchsucht. Nach kurzer Zeit erhielt ich sie zurück, durfte ich mich wieder anziehen, musste noch meinen Gürtel und meine Schnürsenkel abgeben und unterschrieb das Protokoll in dem alles was ich bei mir hatte aufgeführt war.
Mein Frage was mir denn nun vorgeworfen würde konnte der Beamte wieder nicht beantwortet: “das wisse er nicht, er sei nur dazu da meine Sachen aufzunehmen”. Ich fragte was den nun passieren würde und er sagte mir, dass ich vermutlich gleich befragt würde und ich dann auch Antwort auf meine Fragen erhalten würde. Ich schilderte den beiden anwesenden Beamten noch mal den Sachverhalt und sie erklärten mir, ich würde bestimmt schnell wieder entlassen, er führe schließlich auch meist sein Taschenmesser mit sich und ich hätte es ja freiwillig abgegeben.
Nach dem ich anschließend wieder in eine Zelle gesperrt worden war, begann das lange Warten. Von Zeit zu Zeit wurde die Tür kurz geöffnet und direkt wieder geschlossen – bei jedem Mal dachte ich, es würde nun endlich weiter gehen und ich würde endlich erfahren, was mir eigentlich vorgeworfen wurde, dem war aber leider nicht so. Als wieder einmal die Tür geöffnet wurde, fragte ich schnell nach der Uhrzeit – es war mittlerweile 16.15 Uhr. Ich saß also mittlerweile seit fast 4 Stunden fest und wusste immer noch nicht, warum. Es muss etwa 17.00 Uhr gewesen sein, als ich endlich aufgefordert wurde, mitzukommen. Meine Hoffnung nun endlich mit einem Ermittler sprechen zu können um den ganzen Sachverhalt aufzuklären, wurde aber leider wieder enttäuscht. Stattdessen wurde in einen Raum, ein Stockwerk tiefer, zum “LKA Berlin Erkennungsdienst” geführt.
Auch den drei Beamten dort schilderte ich unter Tränen nochmals den ganzen Sachverhalt und fragte, ob ich der Erkennungsdienstlichen Erfassung denn wenigstens formell widersprechen könne, da es sich doch ganz klar um ein Missverständnis handele – dies wurde verneint und ein Schild an der Wand wies mich mittels eines Paragraphen darauf hin, dass die Erkennungsdienstlichen Maßnahmen notfalls auch mit Gewalt durchgeführt werden könnten. Ich könne aber mit Hilfe eines Anwalts im Nachhinein der Maßnahme widersprechen, wozu er mir auch raten würde. Meine Frage, wer die Maßnahme angeordnet hätte, wurde mir mit einem Buchstabenabkürzung beantwortet, deren Bedeutung mir die anwesenden Beamten aber nicht erklären konnten oder wollten. Es wurden meine Fingerabdrücke von beiden Händen (alle Finger und komplette Hand), in doppelter Ausführung genommen, sowie erneut Fotos, offensichtlich für die Verbrecherkartei,gemacht.
Zurück in der Zelle betätigte ich nach kurzer Zeit die Klingel, es muss mittlerweile etwa 18.00 gewesen sein, um darum zu bitten meinen Rechtsanwalt anrufen zu können, da ich anfing zu befürchten auch noch die Nacht in der Zelle zuzubringen zu müssen. Wieso hast du das denn nichtvorher gefragt? Kommt hier komisch. Dies konnte der Polizist nicht entscheiden, versprach mir aber, seinen Vorgesetzten zu informieren und ihn zu mir zu schicken. Als nach einer geschätzten halben Stunde immer noch nichts passiert war, schellte ich erneut – ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt schon völlig ausgelaugt und fertig, was man mir auch anzusehen schien, da die Beamtin mit der ich sprach mir sagte es würden „jetzt erstmal die Sanitäter kommen“.
Zum Glück bestätigte sich meine erste Befürchtung, nun auch noch in eine psychiatrische Klinik verlegt zu werden, nicht (nichts erschien mir mehr unmöglich), sondern der Polizeisanitäter holte mich ab und wir gingen in seinen Behandlungsraum. Physiologisch wies ich zu diesem Zeitpunkt eine ausgeprägte Hypertonie (hoher Blutdruck) und einen sehr schnellen Puls auf. Die Vermutung, dass ich vermutlich absolut dehydriert war, schien plausibel, denn außer eine Tasse Kaffe zum Frühstück und einen kleinen Plastikbecher Tee, den ich nach mehrmaliger Nachfrage erhalten hatte, hatte ich den ganzen Tag noch nichts getrunken. Hier kam ich das erste Mal wieder etwas zur Ruhe und hatte das Gefühl als Mensch ernst- und wahrgenommen zu werden. Der Beamte sagte mir dann auch, dass er gehört hätte, dass ich vermutlich in der nächsten Stunde entlassen würde.
Nach einem anschließenden weiteren kurzen Aufenthalt in der Zelle erhielt ich gegen 19.30 tatsächlich alle meine Sachen (bis auf das Letherman Tool) zurück und konnte die Polizeiwache verlassen.
Bis zum heute weiß ich nicht was mir eigendlich vorgeworfen wurde. Meinen Anwalt habe ich bereits kontaktiert und es wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen wie es weiter geht. Mein vorrangiges Ziel ist natürlich mit meinen Fingerabdrücken und meinen Fotos wieder aus der Datei des LKAs heraus zu kommen.
Ich kann sagen, daß die Ereignisse vom Samstag das schlimmste sind was mir in meinem Leben bisher passiert ist. Die Aussage das Freiheitsentzug mit das brutalste ist, was man einer menschlichen Seele antun kann, kann ich voll bestätigen – nie zuvor habe ich mich so ängstlich und hilflos gefühlt.
Das man Angst haben muss, und die habe ich im Moment noch, auf einer friedlichen Demonstartion scheinbar grundlos von der Polizei verprügelt oder verhaftet zu werden, kommt in meinen Augen faktisch einer massiven Einschränkung des Demonstrationsrechts gleich.
Ebenfalls schockierend fand ich wie der Staatsapperat einmal ins Rollen gebracht, nicht wieder zu stoppen war. Persöhnlich kann man wohl kaum einem der Beteiligten der Exekutive einen Vorwurf machen – ein Jeder der Beteiligten konnte sich darauf berufen nur Befehle und Anweisungen ausgeführt zu haben. Diese Argumentation habe ich bisher nur von Angehörigen ehemaliger Unrechtsregimen gehört – ich habe mir eigendlich immer verboten ernsthaft zu glauben, daß so etwas im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland tatsächlich möglich ist – wurde aber schmerzlich eines besseren belehrt.
PM der mittelfränkischen Piraten zum Brandanschlag in Ansbach
Posted 17.09.2009 - 16:16 by magenbrot
(via Piratenpartei Deutschland BzV Mittelfranken)
Piratenpartei zum Brandanschlag in Ansbach
Die Piratenpartei Deutschland und besonders deren Bezirksverband Mittelfranken sind in Gedanken bei den Opfern und deren Angehörigen des gewalttätigen Vorfalls am Carolinum in Ansbach. Nach der aktuellen Berichtslage ist es dem schnellen Eingreifen der Polizei zu verdanken, dass nicht Schlimmeres geschehen ist und der Täter schnell gefasst werden konnte. Obwohl Ansbach als mittelfränkischer Regierungssitz in der Innenstadt, in der sich auch das Carolinum befindet, eines der engmaschigsten Videoüberwachungsnetze in Bayern aufweist, ließ sich die Tat offenbar an den Überwachungsschirmen nicht vorhersehen.Statt für eine Ausweitung der Videoüberwachung plädiert die Piratenpartei für eine personell gut ausgerüstete und gut geschulte Polizei, um - ähnlich dem vorliegenden Fall - derartige Bedrohungslagen schnell entschärfen zu können. In den kommenden Tagen wird wohl viel über Motive, möglicherweise versäumte Prävention, schärfere Strafen und mehr Kontrollmaßnahmen spekuliert und diskutiert werden. Den Opfern wird das wenig helfen, weshalb der Bezirksverband Mittelfranken der Piratenpartei, vertreten durch seinen stellvertretenden Vorsitzenden Thilo Schumann, die zuständigen Stellen vordringlich um eine unbürokratische Hilfe für die Betroffenen Schüler, Lehrer und Eltern bittet - insbesondere in der psychologischen Betreuung.
Piratenpartei veranstaltet Wahlparties in Bayern
Posted 18.09.2009 - 13:53 by magenbrot
Die Piratenpartei veranstaltet am 27.09.2009 in München die offizielle
Wahlparty des Landesverbands Bayern. Neben Mitgliedern des bayerischen
Vorstands werden auch einige Kandidaten der Landesliste zu Gast sein.
Die Wahlparty in München wird mit den zusätzlich stattfinden Parties in
ganz Deutschland vernetzt. Damit findet am Wahlabend die wohl größte
virtuelle Party einer deutschen Partei statt. Zu diesem Event sind
selbstverständlich interessierte Bürger sowie Vertreter der Presse
ausdrücklich eingeladen.
In Bayern veranstalten folgende Bezirksverbände eine Wahlparty:
- Oberbayern gemeinsam mit dem Landesverband in München im SUBSTANZ
- Mittelfranken in Nürnberg in der Indabahn
- Unterfranken in Würzburg im L
- Schwaben in Augsburg im POW WOW
- Oberpfalz in Amberg im Schloderer Bräu
Genauere Informationen stehen im Piraten-Wiki
(http://wiki.piratenpartei.de/Landesverband_Bayern/Wahlparties/BTW09)
Verantwortlich für die Pressemitteilung:
Pressestelle des Landesverbands Bayern der Piratenpartei Deutschland.
coole Aktion von McDonalds am Wahlsonntag
Posted 22.09.2009 - 21:01 by magenbrot
ist grade in der mittelfränkischen Mailingliste der Piraten gepostet worden:
aus dem Geizkragen.de-Newsletter:
*********************************02. McDonalds laedt zum Fruehstueck ein
Deutschland wird zur Wahl gerufen. Damit das Ganze auch wirklich ins Rollen kommt und keiner lieber zu Hause im kuscheligen Bett bleibt, schafft McDonalds den noetigen Anreiz und laedt zum kostenlosen Fruehstueck ein. Denn mit vollem Magen waehlt es sich besser, oder etwa nicht nicht ;-)
Von 9 bis 11 Uhr serviert Euch die Fastfoodkette am Wahlsonntag ein Fruehstuecksprodukt Eurer Wahl und dazu ein heisses Getraenk oder einen kuehlen Orangensaft. Um das Angebot nutzen zu koennen muesst Ihr am 26. oder 27. September auf der Webseite von McDonalds vorbei schauen, denn dann wird voraussichtlich der entsprechende Gutschein fuer das "Easy Morning" Fruehstueck online sein. Ausserdem soll es den Gutschein, so diverse Geruechte im Netz, auch an den oben genannten Tagen in den McDonalds Filialen geben.Die "allerletzte" Moeglichkeit, einen der Gutscheine zu ergattern, bietet sich am 26. und 27. September beim Kauf der "Bild" beziehungsweise der "Bild am Sonntag", denn in den beiden Ausgaben soll der Coupon abgedruckt werden. Ob das allerdings die richtige Lektuere vor der Wahl ist, bleibt dahin gestellt ;-)
Und wem am Sonntag vor lauter Aufregung der Appetit vergeht, der findet auf der Webseite von McDonalds auch noch viele andere Gutscheine, die Schlemmen und Sparen miteinander verbinden und die noch bis einschliesslich 27. September 2009 gueltig sind: http://click.be3a.com/click_de.html?ADVS=296373.3
sehr gute Aktion wie ich finde :)



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